Montag, 10. Oktober 2016

Ein Grund warum ich niemals Bestseller-Autor werde

Dafür, dass ich niemals ein Bestseller-Autor werde, gibt es viele (gute?) Gründe.
Aber was sind überhaupt Bestseller? Darüber habe ich mir natürlich auch schon mal Gedanken gemacht.
Wie alles, so muss das natürlich auch eine englische Begrifflichkeit haben. Sonst passt es, genau wie ich, nicht in die neue digitale Zeit. Bei uns hatten die Uhren auch noch grundsätzlich Zeiger und ein Ziffernblatt mit Zahlen bis zur 12. Nun gut, der Tag hatte damals schon 24 Stunden, wobei es wohl in der DDR vorkam, dass der Tag 25 Stunden hatte, wenn die Mittagspause durchgearbeitet wurde und die Nacht war ja auch noch da. (Ein kleine Witz aus der Jugend.)

Schon damals schrieb ich nicht das, was von mir erwartet wurde, wie Beiträge über den Sozialismus, die Freie Deutsche Jugend oder die Deutsch Sowjetische Freundschaft. Und hätte ich es getan, wäre so etwas dabei herausgekommen:

Übereifer


Der große Stalin,
nicht Erfinder,
doch begeisterter Anhänger
der Planwirtschaft,
war hocherfreut,
über die Meldung
eines kleinen Lichtes,
im fernen Sibirien:
„Soll übererfüllt –

100 Erschießungen mehr!“


Dafür wäre ich, in massive Schwierigkeiten rein gekommen.

Aber zurück zum Thema. Best-Seller kommt ja wohl vom "bestverkauft" oder noch mehr, oder am Best-tens-tenz verkauft. Am Ende landen sie aber auch in der Kram-Kiste bei Aldi - nach Kilo-Preis verramscht.
Das Gleiche geschieht aber auch mit Weltliteratur wie "Die Blechtrommel" von Günther Grass.
Dieser hat sich auch mal mit Lyrik versucht, aber wohl nur um die 900 Exemplare verkauft.
Damit landete er in den, von wem auch immer aufgestellten, Bestsellerlisten, wohl ganz unten...
Also, meine Meinung: was Weltliteratur ist oder Bestverkauft, oder Beides, hat am Ende nur den Kilo-Preis. Vielleicht den Nobel-Preis oder, wie ich, den "Jokers Lyrikpreis".
Alles hat seinen Preis...

Ich habe jedenfalls zu jeder Zeit, das Falsche geschrieben. In meiner Jugend, waren gerade Utopische Romane angesagt. Heute "Sience Fiktion". Stanislaw Lem zum Bespiel. Jedenfalls nix mit "X", ohne Vampire, Werwölfe oder Elfies. Werwölfe waren damals, für uns, eine Nazi Untergrundbewegung, die auch schon überbewertet wurde.
Naja, und ich mag "Herr der Ringe" oder Polanskis "Tanz der Vampire". Aber, wie man überall über Pokémons stolpert, so kann ich kaum noch Elfen oder Engeln ausweichen.
Auch darüber schreibe ich nicht. Ausser mal so:


Ein Engel


Er weckte mich sanft,
aus meinem Dauerschlaf.
Gewöhnlich geschlechtslos,
hier aber weiblich.
Ich war verliebt
und er meine Muse,
ließ mich wieder schreiben.
Doch „Es“ wollte weiterdüsen,
im endlosen Cyberlabyrinth.


Enttäuscht schoss ich das Englein ab.


Wieder ein Grund, warum ich niemals Bestseller-Autor werde. Ich mag keinen Mainstream - wie heißt das nun auf deutsch? - so weit ist es schon.

Fortsetzung folgt...


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